Aichach    

Weltweit auf Schnitzeljagd

Aichach - Ihren ersten Geocache hat Sandra Hauptmann 2011 in Aichach gefunden. Daraufhin fing sie an, auch in Augsburg, München und schließlich in ganz Deutschland nach Caches zu suchen, also auf moderne Schnitzeljagd zu gehen, könnte man sagen. Jetzt reiste sie für ihr Hobby sogar bis in die USA und nach Canada.

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Sandra Hauptmann kombiniert Stadtbesuche, Ausflüge, und Urlaube in der Regel immer auch mit der Suche. "Wo immer ich bin, geocache ich", erklärt die zweifache Mutter. Wenn sie mit ihren Kindern unterwegs ist, wählt sie im Vorfeld passende Routen aus - was sie eigentlich ohnehin macht, um immer passend ausgestattet zu sein. Denn nicht selten müssen Aufgaben gelöst oder unwegsames Gelände durchquert werden, um an wirklich interessante Stellen zu kommen. Die typische Ausrüstung: GPS-Gerät und/oder Smartphone, Taschenlampe, Stirnlampe, UV-Lampe, Taschenmesser und kleines Werkzeug-Set, Kugelschreiber, Erste-Hilfe-Set, Mülltüte und natürlich passende Kleidung. Sandra Hauptmann ist aber auch schon zufällig auf die Schätze gestoßen. Und hat auch selbst welche gelegt. "Man sieht schöne Gegenden, kommt an versteckte Plätze und setzt sich mit der Natur auseinander", erklärt die Aichacherin den Reiz des Geocachings.
Geocaching begann, kurz nachdem Bill Clinton im Jahre 2000 den Störsender, der das Satellitensignal der GPS-Satelliten künstlich verschlechtert hatte, abschalten ließ und es somit auch für die Navigation im zivilen Bereich mit einer Genauigkeit im Meter-Bereich genutzt werden konnte. Am 3. Mai 2000 versteckte Dave Ulmer in der Nähe von Portland im US-amerikanischen Bundesstaat Oregon einen Eimer mit einer CD, einer Videokassette, Geldscheinen, einem Buch, einer Steinschleuder und einer Konserve mit Bohnen mitten im Wald und veröffentlichte die Koordinaten im Internet. Von dem Spiel angetan, rief Finder Mike Teague kurz darauf eine Webseite ins Leben, auf der derartige Verstecke dokumentiert werden konnten. Der erste Cache in Deutschland wurde am 2. Oktober 2000 südlich von Berlin versteckt und "First Germany" genannt, er existiert allerdings nicht mehr.
Die gefundenen Schätze können unterschiedliche Größen haben, es gibt kleine Behälter, die nur ein winziges Logbuch enthalten, in dem sich die Finder eintragen. Es gibt aber auch große Kisten oder begehbare Geocaches. Sandra Hauptmanns größter Cache war ein Schiffscontainer in Mering, den es aber nicht mehr gibt, wie sie der AICHACHER ZEITUNG im Gespräch erklärt. Zudem existieren sogenannte Traditional, aber auch Multi Geocaches, die mehrere Stationen haben.
Im Juni hat sie sich einen Traum erfüllt und war im Geocaching-Headquarter in Seattle, Washington, dem Firmensitz von Groundspeak, die sich hinter geocaching.com verbirgt, bei der die Fäden der weltweiten Geocacher-Gemeinschaft zusammenlaufen.
Der Ausflug ins Headquarter war Teil einer ganz besonderen Geocaching-Tour entlang der Westküste der USA. In San Francisco, Kalifornien, hat Hartmann mit Freunden einige der ältesten Caches überhaupt entdeckt. Sie stammen aus dem Jahr 2000, dem Geburtsjahr des Geocaching. Mittlerweile gibt es weltweit über zwei Millionen auf geocaching.com registrierte Verstecke.

Von Nayra Weber Mehr dazu lesen Sie in der Ausgabe der AICHACHER ZEITUNG vom 10. Oktober 2017.


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Veröffentlicht am 09.10.2017 23:00 Uhr




 

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