Aichach    

Wie riecht eigentlich Torf?

Aichach - "Moore sind der Kohlenstoffspeicher par Excellence." Mit diesen Worten eröffnete Landrat Klaus Metzger am Montagabend im großen Sitzungssaal des Landratsamtes die Ausstellung zur Klimaschutzwoche. "Moore und Klimaschutz" lautet ihr Titel und zu sehen ist sie bis zum 28. September im Foyer des Aichacher Landratsamtes.

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Steinharte Torfwaasen, Erde mit und ohne Torf. Diese drei Dinge machen bei weitem nicht die gesamte Ausstellung im Landratsamt aus. Die versammelten Gäste der Eröffnung am Montagabend jedoch taten es diese wenigen interaktiven Ausstellungsstücke offenbar besonders an. An Geruch, Farbe und Feuchtigkeit der Erde konnte man Unterschiede erkennen. So roch jeder einmal an der Erde.
"Langsam wird uns bewusst, dass wir in Sachen Klimaschutz nicht nur Mobilität und große Schlote anschauen müssen", erklärte Michael Winterholler vom Landesamt für Umwelt im Rahmen seines Eröffnungsreferates. Auch landwirtschaftliche Nutzung von Moorflächen spiele eine wesentliche Rolle. Ein Pflügen des Moorbodens, der in erster Linie aus Torf besteht, bringt den Kohlenstoffspeicher an die Oberfläche. Gase wie Methan oder Lachgas werden dann ebenso freigesetzt wie der Kohlenstoff selbst.
Das LfU stellt die Ausstellung bereit, die neben dem interaktiven Teil auch sieben etwa zwei Meter hohe Rollbanner beinhaltet. Sie erzählen vom unschätzbaren Wert, den die Moore für den Klimaschutz darstellen, auch im Landkreis Aichach-Friedberg. Die Fläche der Gemeinde Pöttmes besteht zu zehn Prozent aus Niedermoorflächen wie der Schorner Röste am Rand des Donaumooses. Zahlreiche Flächen sind jedoch durch intensive Nutzung gefährdet. Von Möglichkeiten, im empfindlichen Ökosystem Moor Landwirtschaft zu betreiben, berichtet Winterholler. Sogenannte Paludikulturen wurden im Freisinger Moos getestet.
Dort wurde Rohrkolben (Typha) angebaut. Seine namensgebenden Samen könne man im grünen Zustand auch in Biogasanlagen verwenden, so Winterholler. Der Moorboden bleibt intakt. Anders als in den baltischen Staaten oder Weißrussland, von wo aus Torf günstig nach Deutschland importiert wird. Im Garten wird er oft verwendet. Der Torf aber besteht aus vor Jahrhunderten abgestorbenen Torfmoosen und wächst sehr langsam. Nach Alternativen zum Gartentorf wird geforscht und auch die Ausstellung im Foyer des Landratsamtes berichtet davon.

Von Bastian Brummer


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Veröffentlicht am 12.09.2017 23:00 Uhr




 

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