Aichach    

Gefälschte Luxusuhren auch in Bayern: Wie man Nachahmungen erkennt

Uhrenfälschungen sind nicht nur auf Ramschmärkten im Ausland, sondern auch hier in Bayern Realität: Erst Anfang des Jahres wurde ein junger Uhrmacher festgenommen. Er hatte bei einem Augsburger Juwelier das Handwerk gelernt und übertraf bald so manchen Meister. So zockte er gestandene Juweliere mit gefälschten Edelsteinen ab und versah äußerlich luxuriöse Uhren mit billigen Innenleben. Die Unterschiede zwischen billigen und hochwertigen Originaluhrwerken sind zumindest für den unbelesenen Kunden auch kaum zu erkennen, von außen sehen die Uhren authentisch aus. Unser Artikel erklärt, worauf man beim Kauf achten sollte.


Der betrügerische Uhrmacher wurde mittlerweile zu fünf Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt, doch das grundsätzliche Problem bleibt: Replikate werden immer professioneller, sehen ausgesprochen authentisch aus und enthalten sogar teilweise Originalteile. Stellt sich die Frage: Wo kann man überhaupt noch kaufen? Dieser Einzelfall jedenfalls ändert nichts an dem Grundsatz, dass man bei autorisierten Konzessionären mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit eine authentische Uhr erwirbt und zudem professionellen Rat bekommt. Umso mehr Bedeutung bekommt dieser Hinweis für einen Uhrenkauf über das Internet. Man sollte sich hier vorab ganz besonders gut über die Verkaufsplattform und gegebene Absicherungen informieren: Statt auf Plattformen wie eBay zu kaufen, sollte man sich besser auf spezialisierten Marktplätzen umsehen. Bei Chrono24.de erhält man neben Damenuhren sowie Taschenuhren auch unzählige Herrenuhren aller großen Marken und bezahlt sicher über ein Treuhandkonto. Neben Privatanbietern sind auf solchen Marktplätzen auch gewerbliche Uhrmacher und Juweliere vertreten, bei denen man sich die gekaufte Uhr mitunter auch im Ladengeschäft abholen kann.


Vorsicht bei Vintage-Uhren


Vorsicht ist geboten, wenn kein Fachhändler auszumachen ist – egal ob beim On- oder Offlinekauf – und wenn keine Absicherungsmechanismen wie bei dem zuvor erwähnten Marktplatz gegeben sind. Umso mehr gilt dies, wenn man eine Vintage-Uhr kaufen möchte. Hier werden gerne Teile verbaut, die mit dem Originalmodell kaum noch etwas zu tun haben: Sogenannte "Frankenwatches" enthalten zwar u. a. Originalteile, aber in fremden Modellen oder in solchen, für die sie eigentlich nicht vorgesehen sind. Dieser Artikel zum Thema nennt als Beispiel für diese Praxis eine Rolex Submariner von 1965, in die ein späteres Rolex-Werk eines anderen Modells der Marke eingebaut wurde. Wird die Uhr dann noch um ein Ersatzarmband, eine Krone von der Stange und neues Plexiglas ergänzt, ist von der Submariner praktisch nur noch das Gehäuse übrig. Laien erkennen den Unterschied zumeist nicht. Daher sollte man sich vor dem Kauf gut einlesen und sich auch das Innenleben vom Verkäufer zeigen lassen. Nur durch den haargenauen Abgleich mit Originalbildern sind solche Täuschungen noch zu identifizieren. Dementsprechend sollte man von Impulskäufen Abstand nehmen und jeden Uhrenkauf gut überdenken. Das nötige Know-how lässt sich über Fachliteratur, in Online-Communitys, über Fachportale und Zeitschriften aneignen. Die Recherche lohnt sich in jedem Fall und erspart einem so manchen Fehlkauf. Natürlich kann man auch noch nach dem Kauf im Zweifelsfall den Hersteller direkt kontaktieren und Informationen erfragen. Allerdings ist das Kind dann im schlimmsten Fall schon in den Brunnen gefallen.
 


Bildrechte: Flickr
The Crown Daniel Zimmermann CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 12.09.2017 13:41 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief