Aichach    

Rückkehr des Wappenbaums

Aichach - Ein Gespenst ging heuer um im Wittelsbacher Land, viel mehr war es das Gespinst des Eichenprozessionsspinners. Der Name ist ein Zungenbrecher, und erregte Besorgnis, wo er fiel. Die Raupen dieses Schmetterlings können Mensch und Tier schaden und wurden bekämpft, eingesprüht, abgesaugt. Der Eiche selbst können sie wenig anhaben. Anders als der Mensch. Er bleibt ihr größter Widersacher. Als Wappenbaum der Stadt Aichach (kleines Foto) zierte sie zahlreiche Plätze im Stadtgebiet, bis sie vielerorts, wie vor über 15 Jahren die Aichacher Zametzer-Eiche, gefällt wurde. Im Forst verlor sie an Bedeutung. Wie aber steht es heute um den Wappenbaum?

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Im Schlossgarten des Pöttmeser Ortsteils Schorn steht eine der ältesten bekannten Eichen im Landkreis. 600 Jahre ist sie alt, und ihr Stamm misst über zwei Meter im Durchmesser. Die Schorner Eichen jedoch sorgten, ebenso wie ihre Artgenossen in Handzell und Pöttmes, im Frühjahr für Schlagzeilen, weil der Eichenprozessionsspinner dort entdeckt wurde. Ein Novum für den Landkreis, das dem Menschen schaden kann. Inzwischen ist man dem Schmetterling Herr geworden, wenngleich sich die Verantwortlichen sicher sind, dass es in der Gemeinde noch weitere Populationen gibt, gegen die man nicht vorgehen muss, wie Peter Fesenmeier vom Pöttmeser Bauamt, erklärt. "Sie stellen im Wald oder der freien Natur keine wirkliche Gefahr dar." Erst recht nicht für die Eichen. Zwar würde ihr Laub stark dezimiert, nachhaltigen Schaden trügen sie aber nicht davon, wie Förster Thomas Miehler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Biburg erklärt.
Sie treiben im nächsten Jahr erneut aus. Zumindest dort, wo sie heutzutage noch wachsen. Die Eiche nämlich bildet trotz ihrer für die Stadt Aichach namensgebenden Bedeutung sowohl im Stadtgebiet als auch im Landkreis nur einen kleinen Teil des Baumbestandes, wie Wolfgang Sailer, Leiter des AELF in Augsburg erklärt. Weniger als zwei Prozent des Baumbestandes im Wittelsbacher Land sind Eichen, die auch im historischen Stadtkern nicht häufig sind. Das war aber nicht immer so. Noch vor rund 20 Jahren prägten uralte Bäume das Stadtbild. In der Schrobenhausener Straße überspannte die altehrwürdige Krone der Zametzer-Eiche den Eingang zur Stadt. Im Juli 2002 musste sie krankheitsbedingt gefällt werden. Wo sind die großen Eichen, die der Stadt einst den Namen gaben? In Unterwittelsbach gibt es alte Alleen mit Bäumen, die man nicht mehr mit zwei Armen umfassen kann. Im Stadtkern findet man sie nur selten. Lediglich am Volksfestplatz oder am Vereinsheim der Feuerschützen stehen noch Eichen, die ein wenig älter als 100 Jahre sind. Dabei können sie viel älter werden. Manche stehen seit über 1000 Jahren. So wird es Jahrzehnte dauern, bis der versprochene Baum in der Schrobenhausener Straße zu stattlicher Größe heranwächst. Ihren Wappenbaum wird die Stadt jedoch nicht aufgeben. Sicher ist: Er kehrt zurück in die Untere Vorstadt. "Grün gehört in die Stadt", meint Klaus Habermann

Von Bastian Brummer Lesen Sie den ganzen Artikel in der Samstagsausgabe der Aichacher Zeitung.
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Veröffentlicht am 11.08.2017 23:00 Uhr




 

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