Aichach    

Wie im Urlaub: Veitsmarkt in Aichach

Aichach (mg) Mit dem Italienurlaub klappt es heuer nicht. Kein Bummel am Freitagvormittag über den überfüllten Markt in Jesolo-Dorf. Italienisches Marktgefühl gab es jedoch gestern auf dem Veitsmarkt in Aichach. Bei strahlendem Sonnenschein boten die Händler zwischen den mittelalterlichen Stadttoren an, was des Daheimgebliebenen Herz begehrt.

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Mmmh, gebrannte Mandeln, natürlich bekommen die zuppelnden Kinder welche. Und Popkorn noch dazu. Und Magenbrot für den Opa nehmen wir auch noch mit. Und da drüben, da gibt es Kräuterbonbons für den Papa. Und dort Grußkarten, die man wohl niemals verschicken wird, aber kaufen muss, für nur 50 Cent. Geldbeutel und Handtaschen, zu Hunderten, in allen Farben, und selbstverständlich aus "echtem" Leder, wie der Verkäufer augenzwinkernd versichert: Das Stück zu zehn Euro. Bunte Hosen aus Indien, gebatikte Höschen für Babys aus Nepal und glitzernde Sommerkleider aus Spanien: Die Kultur aller möglichen Länder hatte Einzug gehalten in die Aichacher Innenstadt. Die Besucher wussten es zu schätzen. Sie strömten gut gelaunt und entspannt allein, mit dem Partner oder der ganzen Familie an den Ständen entlang.
Hier Schmuck, der nicht nur schmückt, sondern auch gute Energie liefert, dort ein leuchtender Fidget Spinner für den Enkel - misstrauisch begutachtet von der Großmutter, was das denn nun wider für ein Neumodisches Zeugsl ist, aber dann doch überzeugt - oder überredet, dass man so etwas einfach haben muss. Die Neuauflage des Kreisels halt. Bunte Haarsträhnen bekommt das Töchterlein, denn ein Mädel, was auf sich hält, braucht unbedingt wenigstens ein paar Strähnen, so schillernd wie der Regenbogen, auf dem das Einhorn wandelt. Patrizia, die mit flinken Fingern Kinderträume ins Haupthaar flicht, wollte eigentlich gar nicht auf den Markt, überlegte es sich dann aber kurzfristig anders, und so freute sich die Künstlerin über reges Interesse, zumal auch die von ihr selbst genähten Blusen und Kleider gut ankamen.
Eine andere Künstlerin hatte sich am Tandlmarkt niedergelassen, sie bot Portraitzeichnungen an. Guckt mal, Enkel, so hab ich mit zehn Jahren ausgesehen, als ich Kind in Aichach war. Da hat man für ein paar Euro was für die Ewigkeit.
Reißverschlüsse und andere Kurzwaren für alle Hobbyschneiderinnen entdeckte man ebenso wie Kopfbedeckungen aller Art, von der Käppi übers Bandana bis zum kecken Strohhütchen oder coolen Cowboyhut. Die Bratwurstköchinnen schwitzten in der Mittagsglut, während sich der Verkäufer des Kräuterbalsams ein Spaghetti-Eis schmecken ließ.
Anders als in Italien gab es auch zahlreiche Vorführungen wie etwa des selbstverständlich weltbesten Staubsaugers, der wirklich keine Fussel übrig lässt, der sensationellen neuen Pfannenerfindung oder eines wahren Wunderelixiers für Diabetikerfüße. Und wie ohne Ochsengallenseife die Wäsche jemals sauber werden könnte, ist eh ein Rätsel.
Zumal von 12.30 bis 17.30 Uhr auch noch viele Geschäfte öffneten, blieb kaum ein Wunsch offen. Vielleicht der, im Sommer doch noch einen Urlaub im echten Italien anzutreten. Denn mit einem Meer kann Aichach halt nicht dienen. Weitere Bilder im Internet
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Veröffentlicht am 18.06.2017 23:00 Uhr




 

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