Aichach    

Klösterliche Ruhestörung und eine marode Kirche: Probleme bei der Landesausstellung

Aichach - Als es im Januar hieß, die Landesausstellung wird im Jahr 2020 in Aichach, Friedberg und Scheyern stattfinden, war der Jubel groß. Vier Monate später sind die Verträge noch nicht unterzeichnet, weil zwei der drei Standorte mit Problemen kämpfen. In Oberwittelsbach wird die Sanierung der Burgkirche möglicherweise nicht rechtzeitig fertig, in Scheyern sorgen sich die Mönche um die Störung ihrer klösterlichen Ruhe. Landrat Klaus Metzger ist aber wie Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann ungebrochen zuversichtlich, dass das Wittelsbacher Land die touristisch kaum zu überschätzende Schau dennoch durchführen kann.

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Im Jahr 2020 jährt sich zum 900. Mal der Umzug der Grafen von Scheyern nach Oberwittelsbach, wo sich eines der bedeutendsten Herrschergeschlechter des deutschsprachigen Raums seinen Namen gab. "Die frühen Wittelsbacher" soll die Schau heißen. An der historischen Burgkirche zeigte sich aber im Herbst 2016, nachdem die Sanierung schon seit zwei Jahren im Gang war, dass die Schäden am Gewölbe weit gravierender sind als angenommen, was die Statik beeinträchtigt.
Inzwischen herrschen Zweifel, ob das Sanierungsprojekt bis zur Landesausstellung beendet werden kann. Was wiederum nicht unbedingt nötig ist, weil das Innenleben der Kirche eher sekundär ist. Wichtig ist aus Sicht von Landrat Klaus Metzger und dem Haus der Bayerischen Geschichte, das die Ausstellung veranstaltet, dass der Kirchenraum betreten werden kann. Den könnte man dann für Objekte, Schautafeln oder Projektionen nutzen. Ein zunächst vorgelegter Zeitplan hat aber auch daran Zweifel aufkommen lassen. Das hat jedoch damit zu tun, dass allein ein Jahr veranschlagt wurde, um die nötigen Gelder bereitzustellen. Ein Vorgang, der sich mit politischer Intervention vermutlich beschleunigen lässt, zumindest was die Mittel des Freistaats Bayern anbelangt. Doch auch die Diözese muss ihre Zuschüsse aufstocken.
Komplikationen gibt es auch in Scheyern. Dort sorgen sich die Mönche um ihre klösterliche Ruhe, weil die Öffnungszeiten der Landesausstellung den Tagesablauf beeinträchtigen. Grund ist ein Vertrag des Hauses der Bayerischen Geschichte als Organisator der Ausstellung, der nun der Benediktinerabtei vorliegt. Geregelt wird darin unter anderem, welche Bereiche des Klosters genutzt werden dürfen.
Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 18.05.2017 23:00 Uhr




 

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