Aichach    

"Es bleibt bei breiter Bürgerbeteiligung"

Aichach/Sielenbach - Nur an einem der sechs Windräder, die heuer von der heimischen Energiebauern GmbH zwischen Aichach, Dasing und Sielenbach gebaut werden, dürfen sich Bürger aus den betroffenen Kommunen beteiligen - und zwar an der Windkraftanlage bei Laimering beziehungsweise Rieden. Mit mindestens 5000 und maximal 10 000 Euro kann man Kommanditist der Windkraft Dasing GmbH Co.KG werden. Mehr lassen die Energiebauern nicht zu: "Es bleibt bei einer breiten Bürgerbeteiligung", begründete Geschäftsführer Florian Bichler auf Nachfrage.


Dass es durchaus private Großinvestoren aus den drei Gemeinden gegeben hätte, hat sich demnach bei einer Zusammenkunft der Interessenten gezeigt, die nichtöffentlich im Sielenbacher Sportheim stattfand. Von Summen im mittleren sechsstelligen Bereich spricht Bichler. Die von den Energiebauern festgelegte Maximalsumme sei diesen Personen viel zu gering gewesen. An den Vorgaben wolle man aber nichts ändern, "uns ging es immer um eine möglichst breite Aufteilung". Die Mindesthöhe hat mit dem internen Aufwand für den Jahresabschluss und die Information für die Kommanditisten zu tun. "Anders ist das wirtschaftlich nicht mehr darstellbar", so der Geschäftsführer.
Wie Bichler nun klarstellte, werden fünf der sechs Windräder von den Energiebauern zusammen mit den Grundstückseigentümern gebaut - drei davon befinden sich auf Aichacher Flur, zwei auf Sielenbacher. Beim sechsten, das auf Dasinger Flur stehen wird, bringen Grundstückseigentümer und Energiebauern die eine Hälfte des Eigenkapitals in Höhe von insgesamt 1,2 Millionen Euro ein, die anderen 600 000 Euro kommen aus Bürgerhand. Bei maximal 10 000 Euro Beteiligung wären das also 60 Privatinvestoren. Dies entspricht auch der Zahl der Interessenten, die nach Auskunft Bichlers beim ersten Treffen mit dabei waren. Den Anteil an Fremdkapital bezifferte der Geschäftsführer mit 75 Prozent.
Zur Frage der Renditechancen wollte sich Florian Bichler zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern. Das sei Thema für den Beteiligungsprospekt, der nun auf Basis der ersten Infoveranstaltung erstellt wird. Innerhalb der nächsten acht Wochen soll er den potenziellen Privatinvestoren zugehen, die dann überlegen können und sich erst nach einer weiteren Zusammenkunft entscheiden müssen. Dann geht es an die Eintragung der Kommanditisten ins Handelsregister.
Das Gesamtinvestitionsvolumen für den Windpark beläuft sich auf rund 28 Millionen Euro. Die Windradgegner bezweifeln, dass sich diese Investition lohnt. In einer großen Anzeige in der AICHACHER ZEITUNG haben sie erst kürzlich davor gewarnt: "Süddeutschland gehört nachweislich zu den windschwächsten Regionen Deutschlands. Eine Studie an 1200 Windenergieanlagen in Deutschland belegte, dass zwei Drittel der Anlagen defizitär sind", hieß es da unter anderem. Ursache seien zu optimistische Windprognosen.
Bei den Energiebauern lässt man sich davon nicht beirren. Innerhalb der nächsten beiden Wochen wird der offizielle Startschuss für den Bau der Windräder im Blumenthaler Forst erfolgen, Ende des Jahres sollen die 199 Meter hohen Riesen bereits ans Netz gehen. Pro Jahr sollen sie zusammen 35 bis 36 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen und ins Netz einspeisen.

Von Robert Edler


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Veröffentlicht am 24.08.2015 23:04 Uhr




 

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