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Waffenverbot für Rocker bleibt bestehen

Augsburg - Der große, kräftige Mann ist seit 2004 Mitglied bei den Augsburg Outlaws, einer Rockergang, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. Bei einer Hausdurchsuchung im Juni 2016 stellte die Polizei bei ihm einen Schlagring sicher. Dafür bekam er wegen unerlaubten Waffenbesitz nicht nur 20 Tagessätze aufgebrummt, die Stadt Augsburg verbot ihm zusätzlich jeglichen Waffenbesitz, auch erlaubnisfreie Waffen sind ihm nicht gestattet. Gegen den Beschluss der Stadt Augsburg reichte er Klage ein. In einer Eilentscheidung wies das Verwaltungsgericht gestern Mittag die Klage zurück. Es bleibt beim Waffenverbot.


Der schwarzhaarige Mann mit Hornbrille erfüllte vor Gericht nicht ein einziges Klischee, das man einem Rocker anhaftet. Auch die Vorsitzende Richterin Beate Schabert-Zeidler war überrascht. "Ich habe etwas ganz anderes erwartet." Die Richterin versuchte zunächst die Klage abzuwenden. "Sie sagen doch selbst, Sie brauchen keine Waffe, wollen Sie trotzdem ein Urteil?" Nach einer kurzen Besprechung mit seinem Rechtsanwalt Stefan Radmacher bestand der Kläger darauf. "Ansonsten darf ich ja meine vier Schreckschusswaffen nicht behalten. Und wenn ich in eine Polizeikontrolle komme kriege ich Schwierigkeiten, weil ich immer ein Taschenmesser einstecken habe. Ich erwecke immer das Interesse der Polizei. In den letzten zehn Jahren wurde ich bestimmt 100 Mal kontrolliert." Im Laufe der Verhandlung stellte sich heraus, dass er die Schreckschusspistolen gar nicht mehr haben darf. "Die gehören jetzt meiner Frau." Die Waffen seien weggesperrt und er habe keinen Schlüssel, versicherte er.
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Von Alfred Haas


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Veröffentlicht am 22.11.2017 23:00 Uhr




 

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