Affing    

Kreis plant Turnhalle weiter

Aichach - Der Bauausschuss des Kreistags beschloss gestern, dass er die Planungen für die Zweifachturnhalle in Affing trotz des Bürgerentscheids weiter vorantreiben wird. Zwei Gründe waren dafür wesentlich: Zum einen fürchtet die Verwaltung, dass sich der gemeinsame Bau sonst um ein Jahr verschiebt, zum anderen könnte ein Planungsstopp finanzielle Konsequenzen haben.


Wie mehrfach berichtet, wünschen sich in der Gemeinde Affing Bürger eine Turnier- statt der Zweifachturnhalle und haben Unterschriften für ein entsprechendes Bürgerbegehren gesammelt. Da dessen Ausgang ungewiss ist, warf Johann Settele (CSU) die Frage auf, ob es nicht sinnvoll sei, die in der Hand der Landkreisverwaltung liegenden Planungen bis zum Ausgang des Entscheids auf Eis zu legen.
Grundsätzlich "machen wir, was die Bürger wollen", erklärte Landrat Klaus Metzger. Dass die Planungen nun trotzdem vorangetrieben werden, obwohl das neue Affinger Votum noch aussteht, hat mehrere Gründe. Einer betrifft die Zeitschiene: Wenn man das Ergebnis eines Bürgerentscheids abwartet, können die Förderanträge heuer nicht mehr rechtzeitig gestellt werden und der gesamte Bau verzögert sich um ein Jahr, erklärte Bauamtsleiterin Sonja Nemetz. Das ist vor allem für die Schüler - und für die ist der Landkreis verantwortlich - von Nachteil. Denn ihnen steht momentan nur die marode alte Halle zur Verfügung, Außenanlagen mit Ausnahme einer "Spielwiese" gar nicht und manche Klassen werden mit dem Bus nach Rehling kutschiert, wie Schulleiterin Sigrid Kehlbach die aktuelle "Mangelverwaltung" erklärte.
Der andere Grund waren die rechtlichen Unwägbarkeiten. Der Sachverhalt ist einfach: Wüsste man schon heute, dass der Bürgerentscheid zugunsten einer größeren Halle ausgeht, dann wäre jeder weitere Euro für die Planungen der Zweifachturnhalle tatsächlich rausgeschmissen. Denkbar ist aber auch, dass der Bürgerentscheid genau diese Zweifachhalle befürwortet. Wegen der zeitlichen Verzögerung müsste der Landkreis allerdings Verzugszinsen an die beteiligten Planer zahlen. Würde die Gemeinde diese Verzugszinsen übernehmen, wäre das für die meisten Kreisräte kein Problem. Rechtlich könnte das aber heikel sein, denn immerhin gibt es einen regulären Beschluss des Affinger Gemeinderates zum Bau einer Zweifachhalle. Die Gemeinde könnte also sagen: Weshalb habt ihr im Kreis die Planungen angehalten, es gab doch einen gültigen Beschluss. Dafür zahlen wir keine Verzugszinsen.
"Wenn Affing erklärt, dass es in jedem Fall alle Mehrkosten übernimmt, können wir meinetwegen die Planung stoppen", fasste Roland Fuchs (SPD) zusammen. Bis dahin komme das für ihn nicht in Frage. In mehreren Wortmeldungen war herauszuhören, dass der Bauauschuss die Attacken einiger Affinger missbilligt. "Nicht nur der Protest ist demokratisch, der Beschluss des Gemeinderates ist es auch", sagte Landrat Metzger, der auch daran erinnerte, dass Affing von Anfang an in die Planungen einbezogen war. Noch deutlicher wurde Katrin Müllegger-Steiger (Grüne): "Ich will mich diesem öffentlichen Druck der Leserbriefschreiber, die teilweise unter die Gürtellinie zielen, nicht beugen - und schon gar nicht zulasten der Schüler nachgeben."
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Veröffentlicht am 09.07.2015 00:03 Uhr




 

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