Adelzhausen    

Keine Strafzinsen dank Kreditgeschäft

Adelzhausen - Zuviel Geld zu haben, ist aktuell eines der größeren Probleme von Banken, weil sie dafür Zinsen bezahlen müssen. Die vier Raiffeisenbanken im Landkreis Aichach-Friedberg sind in dieser Frage gelassen. Was nicht bedeutet, dass sie an Geldmangel litten. Vielmehr sind die Einlagen fast genauso hoch wie die bewilligten Kredite, das Geldproblem ist also vorerst keines, wie beim jährlichen Bilanz-Pressegespräch zu erfahren war.

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Dem Kreisverband der Raiffeisenbanken steht Peter Burnhauser vor, der zusammen mit seinem Stellvertreter Günter Hahn versicherte, dass auf die Kunden in der nächsten Zeit keine Minuszinsen zukommen.
Die wirtschaftliche Lage in der Region ist nach wie vor gut und das Wittelsbacher Land "eine Insel der Glückseligen", was Beschäftigung und Vermögen anbelangt, wie Günter Hahn berichtet. Das sorgt einerseits dafür, dass die Ausfallquote im Kreditgeschäft gerade niedrig ist. Andererseits zieht es zusammen mit den Niedrigzinsen umfangreiche Investitionen im privaten Wohnungsbau sowie in die kommunale Infrastruktur nach sich. Als Mitglied des Vorstands der Raiffeisenbank Adelzhausen-Sielenbach kennt er dank der Autobahnnähe aber auch die Schattenseite dieser Entwicklung: den Anstieg der Immobilienpreise. Für Einheimische sei es inzwischen schwer, erschwingliches Bauland zu bekommen.
Im Kreditgeschäft liegen die Raiffeisenbanken des Landkreises Aichach-Friedberg (neben Adelzhausen-Sielenbach sind das Kissing-Mering, Rehling und Aindling) mit einem Anteil von 77 Prozent an der Bilanzsumme weit über dem bayerischen Durchschnitt der VR-Banken, der bei 60 Prozent liegt. Hauptgrund für die starke Kreditnachfrage - hier schließt sich der Kreis - ist der private Wohnungsbau. Wobei Peter Burnhauser betont, dass die zweistellige Wachstumsrate im Kreditgeschäft nicht mit einigen wenigen Großkrediten, sondern mit vielen kleinen zustande gekommen ist. Der doppelte Vorteil: Es profitierten die ganz normalen Kunden, und für das Bankgeschäft ist das sicherer.
Burnhauser und Hahn wiederholten das "Bekenntnis zur Filiale". Demnach sind Schließungen in absehbarer Zeit nicht vorgesehen. Es könne aber sein, dass sie Öffnungszeiten in dem einen oder anderen Haus verkürzt werden könnten, wenn wenig Publikumsverkehr herrscht. Beratungsgespräche können dann aber immer noch während des gesamten Tages mit den Mitarbeitern vereinbart werden.
Der Mitarbeiterstand ist konstant geblieben. Was sich für die Raiffeisenbanken aber verändert hat, ist die Nachwuchssuche. War eine Banklehre einst ein gesuchter Ausbildungsplatz, müssen sich die Banker heute in die Reihe derjenigen eingliedern, die um Azubis bei Veranstaltungen oder mit Anzeigen werben müssen.


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Veröffentlicht am 20.03.2017 23:00 Uhr




 

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