Auf verlorenem (Minister-)Posten
Unsere neue Regierung steht, die Ministerposten sind verschachert, äh, verteilt. Angesichts der vielen Überraschungen fällt Ihnen nichts mehr ein? Uns eigentlich auch nicht. Obwohl…
Da wäre zuerst einmal Dirk Niebel. Sie wissen schon, der Mann, der seiner Familie in Heidelberg während des Wahlkampfs ein Plakat von sich in den Flur gestellt hat. Das ist dann wohl genau so, als ob er zuhause wäre?! Jetzt jedenfalls darf er ein Ministerium übernehmen, das er vor der Wahl für überflüssig erklärt hat: Jenes für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Laut Wahlprogramm der FDP soll das Entwicklungsministerium aufgelöst werden. Naja, vielleicht kann man ja stattdessen ein Plakat aufstellen. Das ist dann fast so, als wär das Ministerium noch da. Oder nicht?
Während ihn das Plakat vertritt, kann Niebel Franz Josef Jung zur Seite stehen. Der Arme, der im Verteidigungsministerium eine, tja, sagen wir, unglückliche Figur machte und sich immer um den „Krieg“, der ja keiner ist, gewunden hat, soll nun das Arbeitsministerium führen. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob Jung mit seinem Versorgungsposten nicht eher auf verlorenem Posten steht.
Schließlich wurde Jung kurzerhand vom Jungstar ersetzt. Die Allzweck-Waffe Karl-Theodor zu Guttenberg will sich als Bundesverteidigungsminister beweisen. Bundesverteidigungsminister – das war einst das Amt von Franz Josef Strauß. Das verpflichtet (in den Reihen der CSU). Und Adel bekanntlich auch. Wenn wir uns aber recht erinnern, musste Strauß wenig ruhmreich abtreten…
Das Feld geräumt hat Guttenberg mit seinem neuen Amt derweil seinem Parteifreund (wenn wir das Wort in diesem Zusammenhang noch verwenden dürfen) Horst Seehofer, dem Vertrauensverlierer und Taktiker. Er will sich mit seinem Ziehsohn nicht um die Popularität streiten. Dafür hat der Big Boss jetzt keine Kraft (wie war das doch gleich mit dem Schwächeanfall?). Denn Seehofer ist nicht nur der Vertrauensverlierer, sondern auch der Wahlverlierer. Und jetzt endlich verstehen wir, was es mit der von Maybrit Illner kurzerhand ins Leben gerufenen „Tigerenten-Koalition“ auf sich hat: Seehofer ist vor der Wahl als Tiger gestartet – und als Ente gelandet. Er hat es nicht leicht.
Wolfgang Schäuble auch nicht. Er soll als neuer Finanzminister Deutschland aus dem Schuldensumpf ziehen. Aber mit Sümpfen kennt er sich ja aus. Schließlich war er schon einmal darum bemüht, die CDU aus dem Spendensumpf zu befreien. Und wenn nichts mehr hilft, malen wir uns halt einen schuldenfreien Haushalt und stellen ein Plakat auf. Während wir gespannt der weiteren Entwicklung harren, empfehlen wir Ihnen schon einmal: Verzichten Sie lieber auf Online-Banking! Finanzminister is watching you...
Da wäre zuerst einmal Dirk Niebel. Sie wissen schon, der Mann, der seiner Familie in Heidelberg während des Wahlkampfs ein Plakat von sich in den Flur gestellt hat. Das ist dann wohl genau so, als ob er zuhause wäre?! Jetzt jedenfalls darf er ein Ministerium übernehmen, das er vor der Wahl für überflüssig erklärt hat: Jenes für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Laut Wahlprogramm der FDP soll das Entwicklungsministerium aufgelöst werden. Naja, vielleicht kann man ja stattdessen ein Plakat aufstellen. Das ist dann fast so, als wär das Ministerium noch da. Oder nicht?
Während ihn das Plakat vertritt, kann Niebel Franz Josef Jung zur Seite stehen. Der Arme, der im Verteidigungsministerium eine, tja, sagen wir, unglückliche Figur machte und sich immer um den „Krieg“, der ja keiner ist, gewunden hat, soll nun das Arbeitsministerium führen. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob Jung mit seinem Versorgungsposten nicht eher auf verlorenem Posten steht.
Schließlich wurde Jung kurzerhand vom Jungstar ersetzt. Die Allzweck-Waffe Karl-Theodor zu Guttenberg will sich als Bundesverteidigungsminister beweisen. Bundesverteidigungsminister – das war einst das Amt von Franz Josef Strauß. Das verpflichtet (in den Reihen der CSU). Und Adel bekanntlich auch. Wenn wir uns aber recht erinnern, musste Strauß wenig ruhmreich abtreten…
Das Feld geräumt hat Guttenberg mit seinem neuen Amt derweil seinem Parteifreund (wenn wir das Wort in diesem Zusammenhang noch verwenden dürfen) Horst Seehofer, dem Vertrauensverlierer und Taktiker. Er will sich mit seinem Ziehsohn nicht um die Popularität streiten. Dafür hat der Big Boss jetzt keine Kraft (wie war das doch gleich mit dem Schwächeanfall?). Denn Seehofer ist nicht nur der Vertrauensverlierer, sondern auch der Wahlverlierer. Und jetzt endlich verstehen wir, was es mit der von Maybrit Illner kurzerhand ins Leben gerufenen „Tigerenten-Koalition“ auf sich hat: Seehofer ist vor der Wahl als Tiger gestartet – und als Ente gelandet. Er hat es nicht leicht.
Wolfgang Schäuble auch nicht. Er soll als neuer Finanzminister Deutschland aus dem Schuldensumpf ziehen. Aber mit Sümpfen kennt er sich ja aus. Schließlich war er schon einmal darum bemüht, die CDU aus dem Spendensumpf zu befreien. Und wenn nichts mehr hilft, malen wir uns halt einen schuldenfreien Haushalt und stellen ein Plakat auf. Während wir gespannt der weiteren Entwicklung harren, empfehlen wir Ihnen schon einmal: Verzichten Sie lieber auf Online-Banking! Finanzminister is watching you...
Veröffentlicht am 26.10.2009 15:19
lieschenmueller
lieschenmueller
| Zurück | Artikel Drucken Speichern Versenden | Nach Oben |
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
